Futtermittelallergien bei Hunden haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

Aber woran könnte dies liegen? Und was hat ggf. dein Züchter damit zu tun?

Wenn Welpen auf die Welt kommen, werden sie über die Muttermilch mit allem versorgt, was sie benötigen. Die Darmschleimhaut und -barriere muss sich erst langsam entwickeln und aufbauen.

Die „Orale Toleranz“ beschreibt den Vorgang, bei dem der Hundekörper lernt, aufgenommene Nahrung als Nährstoffe zu erkennen. Dabei wird bei allen aufgenommenen Stoffen unterschieden, ob sie potentiell gefährlich (Erreger) oder ungefährlich (Nährstoffe) sind. Eine intakte Darmbarriere gilt beim Hund, wie auch beim Menschen, als bester Schutzmechanismus zur Entwicklung einer Toleranz (Kennis, 2006).

Wenn die Welpen von der Muttermilch abgesetzt werden und anfangen, erstes Futter aufzunehmen, müssen sie in der Lage sein, eine orale Toleranz zu entwickeln.
Schätzungen zu Folge ist dies bei Welpen ab der 6. Lebenswoche der Fall!

Nehmen die Welpen vor diesem Alter neue Futterkomponenten auf, wird sich höchstwahrscheinlich keine orale Toleranz entwickeln und die Wahrscheinlichkeit einer Futtermittelunverträglichkeit nimmt zu (Verlinden et al., 2006). Damit sich die orale Toleranz entwickeln kann, ist es wichtig, dass die Nahrung aus klar erkennbaren, einzelnen Futterbestandteilen besteht.

Die Futtermittelindustrie hat längst Einzug in Züchterkreise gehalten. In Schulungen wird die frühzeitige Entwöhnung mit speziellem industriellen Welpenfutter empfohlen. Dabei nimmt ein Hundewelpe weit vor der 6. Lebenswoche durchaus 20-50 verschiedene Nährstoffe auf einmal zu sich, wie es bei einem Fertigfutterprodukt üblich ist. Um so mehr verschiedene neue Nährstoffe gleichzeitig im Verdauungssystem ankommen, desto wahrscheinlicher ist es, dass selbst ab der 6. Lebenswoche eine orale Toleranz nicht bei allen Nährstoffen erreicht wird. Dadurch wird leider bereits ein Grundstein für spätere Allergien und Futtermittelunverträglichkeiten gelegt.

Leidet ein Hund unter Allergien oder Unverträglichkeiten, hilft meist nur eine aufwendige Ausschlussdiät, um herauszufinden, auf welche Futtermittel der Hund reagiert. Werden diese für einige Zeit gemieden, kann später im besten Fall bei erneuter Fütterung eine orale Toleranz erreicht werden.

 

Quellen:
PCR-Nachweis von nicht deklariertenAntigenen in kommerziellen Eliminationsdiäten für Hunde, K. Widmann, Mai 2014

Futtermittelantigen-spezifisches IgE bei Hunden mit vermuteter Futtermittelunverträglichkeit, Sandra  Baumann, 2017
E
rhebungen zur Fütterung von Hunden und Katzen mit und ohne Verdacht auf eine Futtermittelallergie in Deutschland, Nicola Becker, 2009

 

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